Street View in Deutschland wird für Google zum bürokratischen Kraftakt

Auf den als Datensammler gebrandmarkten Google-Konzern wird die meiste Zeit nur eingeprügelt. Aber Fakt ist, dass Google in der Vergangenheit immer wieder entscheidende Entwicklungen angestoßen hat, die das Internet überhaupt erst benutzbar gemacht haben.

Für mich stellt die neuen Technologien Street View von Google eine ganz klare Bereicherung des Internets und ein absolutes Erlebnis dar. Mit wenigen Klicks lassen sich dreidimensionale Ansichten von öffentlichen Straßen, Plätze und Gebäude weltweit aus der Perspektive eines Autofahrers auf den heimischen Bildschirm holen – phantastisch.

In den USA steht der Dienst schon seit 2007 für den Großteil des Landes zur Verfügung. Seit Sommer 2008 sind u.a. auch Teile Frankreichs, Japans, Italiens, Spaniens, Neuseelands und Australiens online verfügbar. Über 20 Länder der Welt laden bereits zum virtuellen Rundgang ein.

Dunkelblau = Street View verfügbar | Hellblau = Steet View geplant

Wie schön wäre es da nicht auch mal im eigenen Land auf virtuelle Entdeckungstour zu gehen?

Bis Ende 2010 soll Street View nun endlich auch für Deutschland verfügbar sein – zunächst in den 20 großen Städten Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Doch hierzulande regt sich erheblichen Widerstand von Datenschützern, Regierung und Kritikern. Sie mahnen, Google könne Bilder zeigen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind und damit Vorschub für Straftaten aller Art leisten. Der Blick über den Gartenzaun und auf fremde Häuser(fronten) könnte die Privatsphäre jedes Einzelnen verletzten.

Doch Street View enthält nur Fotos, die dem entsprechen, was jedermann auf der Straße sehen kann. Die Fotos werden ausschließlich an öffentlichen, frei zugänglichen Orten angefertigt. Gesichter und Autokennzeichen auf den Street View-Bildern werden automatisch vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht. Und dennoch sind viele Bundesbürger mit einer Veröffentlichung ihrer öffentlichen Häuser- und Straßenansichten nicht einverstanden.

Extra für Deutschland bietet Google allen “Betroffenen” seit heute bis zum 15.09.2010, 24:00 Uhr, ein Onlineformular zur Unkenntlichmachung des eigenen Gebäudes bzw. Grundstückes in Street View an. Nach Verifizierung der gemachten Angaben wird jedes einzelne betroffene Gebäude mit einem Verwisch-Effekt unkenntlich gemacht. Der logistische Aufwand muss phänomenal sein… was für ein bürokratischer Irrsinn!

Und die ganze Welt lacht vermutlich bereits hinter vorgehaltener Hand über Deutschland. Wie kann man nur technologischen Fortschritt derart ausbremsen.

Neues Feature beim iPhone 4

Bisher galt das Antennenproblem des neuen iPhones immer als Konstruktionsfehler. Aber es handelt sich dabei offenbar um ein bisher unbekanntes Feature:

Aus für Google Wave

Gestern gab Google in seinem offiziellen Blog bekannt, dass das im Mai 2009 gestartete Projekt Google Wave eingestellt wird. Offensichtlich konnte sich der als E-Mail-, Twitter-, Wiki- und Messengerkiller präsentierte Cloud-Client nicht behaupten. Eigentlich kein Wunder, denn anfangs war der Zugang nur auf Einladung möglich und als erst viel zu spät die Tore endlich für alle User geöffnet wurden, war es schon zu spät. Keiner wollte mehr etwas von Wave wissen.

Schade, denn das Tool hatte wirklich Potenzial. Vielleicht ist auch einfach die Zeit für eine Kommunikationsrevolution noch nicht reif…

Dreilagig, bitte !

Noch immer geben Unternehmen mehr für Toilettenpapier als für E-Mail-Sicherheit aus. Wie eine Berechnung des Messaging-Spezialisten Retarus zeigt, verbraucht ein Angestellter jährlich im Schnitt 24 Rollen für 37,50 Euro. E-Mail-Security hingegen verursache nur Kosten von 18,75 Euro im Jahr.

Tja man muss eben bei bestimmten Dingen einfach Prioitäten setzen :-)

Massenpanik bei Loveparade in Duisburg

Eigentlich sollte es ein rauschendes Fest werden, doch der Zugangstunnel zum Festival auf dem alten Güterbahnhof in Duisburg wurde für mindestens 18 Menschen zur Todesfalle.

Update 25.07.2010: inzwischen sind es 19 Todesopfer.
Update 26.07.2010: Heute erlag eine weitere Person seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer auf 20 erhöht.
Update 28.07.2010: In der Nacht zum Mittwoch ist eine 25 Jahre alte Frau ebenfalls ihren schweren Verletzungen erlegen.

Mindestens weitere 511 Personen wurden nach Polizeiangaben vom 26.07.2010 bei der Loveparade teilweise schwer verletzt.

Soweit man das bis jetzt beurteilen kann haben Menschen versucht die Absperrungen zwischen den Tunnelabschnitten an den Seiten nach oben zu überwinden und sind dabei abgestürzt. Dadurch kam es offenbar zu einer Massenpanik im bereits überfüllten Zugangstunnel bei der Menschen zerdrückt und zerquetscht wurden.

In der Kritik steht der Veranstalter und Hauptsponsor der Loveparade in Duisburg Rainer Schaller, dem Geschäftsführer der Fitnesskette McFit.

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